Loving India

Nach der etwas längeren Winterpause und meiner Indienreise melde ich mich mit vielen Erfahrungen aus Indien zurück. Davon berichte ich dir heute!

In jeglicher Hinsicht war es eine ganz besondere und intensive Reise nach Kerala, Süd-Indien.

Zunächst war es unsere erste 3-Generationen-Indienreise. Ich bin mit Mama und Tochter geflogen. Wir waren alle freudig aufgeregt! Es war Mamas großer Traum, mit ihrer Enkeltochter nach Indien zu fliegen. Dabei hätte unsere gemeinsame Reise direkt am Düsseldorfer Flughafen beendet sein können. Denn ich wurde bei der Passkontrolle gefragt, ob ich denn eine Erlaubnis meines Mannes hätte, das Kind auszureisen. Oh Gott! Nein, hatte ich nicht. Also schon, aber nicht schriftlich dabei! Sekundenschnell habe ich verstanden, dass es der Sicherheit dient, wenn Paare streiten und Kinder dann ins Ausland verschleppen. Mit Engelszungen habe ich gesagt, dass bei uns alles gut ist und mein Mann uns hergefahren hat.

Ich hatte echt kurz Angst, denn aus Erfahrung weiß ich, dass ich scheinbar sehr gefährlich aussehe. Was? Warum lachst du grad? Du glaubst mir nicht? Pass auf: Auf fast jedem Flughafen der Welt werde ich rausgeholt, um mich extra zu kontrollieren, z.B. auf Sprengstoff. Wenn es nicht manuell passiert, dann ertönt „zufällig“ der „Zufallsgenerator“. Leute, nehmt euch in Acht – Shyney kommt!

Naja, der Beamte hat uns dann doch durchgelassen. Und so konnten wir die Reise doch noch antreten. Puh!

Indien – das Land der Gegensätze und eine völlig andere Welt!

Andere Welt

Indien, das ist eine ganz andere Welt. Und wie schön war es, das alles meiner Kleinen zu zeigen! Ein einziges riesengroßes Abenteuer. Wir haben viel erlebt. Sind Elefant und Pferd geritten, und haben direkt aus einer Kokosnuss das Wasser getrunken. So lecker, erfrischend, einfach nur herrlich!

Wir konnten die tausend verschiedenen Sorten grün bewundern, die es in dem grünen Bundesstaat Kerala gibt. Kerala ist wunderschön. Daher wird es offiziell „God’s own country“ genannt. Die Natur ist subtropisch und faszinierend. Immer gibt es was zu entdecken. So viele Blumen, Früchte und exotisches Gemüse. Kaffee und Kakao oder Pfeffer konnten wir direkt vom Baum pflücken. Hast du die mal auf einem Baum gesehen?

Meine Süße hat Wasser aus einem Brunnen geholt und gesehen, dass Wasser nicht aus Flaschen stammt. Auch wenn wir ihr sowas schon erklärt haben – es ist etwas ganz anderes, es zu sehen, zu erleben und haptisch zu spüren. Wirklich mit der eigenen Körperkraft einen Eimer Wasser aus der Tiefe hervorzuholen, zu spüren, wie schwer das ist und zu erleben, was die Erde uns schenkt. Aber auch, welches Privileg wir haben. Denn wir müssen nicht wie Millionen anderer Menschen rund um den Globus das Wasser schwer ernten und dann teils kilometerweit nach Hause schleppen! Wenn man einmal Wasser aus einem Brunnen geholt hat, in der Hitze, dann versteht man ganz anders, als es in einem Buch zu lesen oder in einem Video zu sehen.

Oder auch die leuchtenden, weiten Reisfelder zu sehen, um zu erfahren, woher der Reis stammt, den sie so gern isst. Dann habe ich ihr die Produktionskette von Gummi gezeigt. Wir sind von Gummi umgeben. Ob es die Reifen unserer Verkehrsmittel sind, oder Anteile unserer Schuhe, im Spielzeug und wo nicht noch alles? Das ist so normal für uns, dass wir irgendwann vergessen zu fragen, was das eigentlich ist. Wo kommt es her und wie entsteht Gummi? Alles sehr spannend und alles Dinge, die ich ihr weder im Ruhrgebiet noch auf Lanzarote zeigen kann!

Land der Gegensätze

Indien ist nicht nur ein Land, sondern ein Sub-Kontinent. So riesengroß! In kaum einem anderen Land der Welt liegen die Gegensätze so eng beieinander. Reich und Arm, Luxus und Elend, Mann und Frau, Religionen, die Natur, die jedes Klima der Welt aufwartet und vieles mehr.

In ein paar Facebook-Post habe ich einige Themen beschrieben und meine Community fand es nicht nur super-spannend, sondern wünschen sich eine Blog/ Podcast-Reihe dazu. Dem Wunsch komme ich gern nach. Also, wenn es ein Thema gibt, eine Frage, die dich brennend interessiert, dann lass es mich wissen! Ich nehme es dann gern mit auf!

Wer gehört für dich zur Familie?

Familie

Meine Familie stammt aus Kerala. Familie, das bedeutet für viele Deutsche eher sowas wie: Mutter, Vater, Kinder, Großeltern. Vielleicht noch Onkel, Tante, Cousins, Cousinen (1. Grad). Cousins/ Cousinen 2. Grades werden meist nicht als „echte“ Cousins betrachtet. Für mich ist das sehr befremdlich. Denn bei uns ist Familie viel mehr. Cousins und Cousinen 1. Grades werden wie zweite Geschwister betrachtet. Auch Verwandte, die etwas weiter entfernt sind, sind für uns Familie.

Und unsere Familie ist über den ganzen Globus verteilt. Durch die sozialen Medien können wir mittlerweile sehr easy, regelmäßig und kostenlos miteinander kommunizieren, können uns Fotos senden und am Leben der anderen teilhaben. Welch ein Segen!

Und so toll die sozialen Medien sind, um den Kontakt zu halten und am Leben gegenseitig teilzuhaben- aber es geht nix über Knuddeln, sich in die Augen schauen, über den Kopf streicheln und sich gegenseitig zu ärgern. Da es in der Zeit unserer Reise so einige Hochzeiten gab, waren einige Verwandte in Indien, die aus Amerika, England, Italien, Schweiz oder Australien kamen. Manche habe ich über 25 Jahre schon nicht gesehen. Nun konnte ich sie endlich wieder in meine Arme schließen, wir konnten uns knuddeln.
Wir haben uns alle verändert- haben geheiratet und Kinder bekommen, viele sind dicker geworden, haben Falten, schütteres oder graues Haar oder eine Glatze bekommen. Das Leben hat uns mit vielen schönen und auch unschönen Erfahrungen gesegnet, die uns geprägt haben. Aber emotional, in unserer Liebe zueinander- da haben wir einfach da weiter gemacht, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben!
Dafür bin ich so dankbar! Diese Liebe überall zu spüren, obwohl wir alle so anders sind und so ganz andere Leben führen, das war einfach schön! Ja – Familie ist mehr als nur Eltern, Kinder und Großeltern!

Erinnerungen

Wir haben Verwandte besucht und haben viele Orte besucht, die ich aus meiner Kindheit kannte. Meine Mutter konnte meiner Tochter das Haus zeigen, in dem sie aufgewachsen ist. Und auch für mich gab es so viele Erinnerungen, die hochkamen und die wir alle miteinander geteilt haben.

Manches hat sich in all den Jahren nicht verändert. Anderes schon und das war auch so manches mal traurig. Aber die meisten Tränen haben wir lachend verloren. So viele alte Geschichten wurden hervorgekramt und auch so manch peinliche Episode war dabei.

Was total schön war – wir haben neue Erinnerungen gemeinsam geschaffen. Und das nimmt uns keiner mehr weg.

Zum Beispiel sind wir mit ganz vielen in einer einzigartigen Kombination aus Familienmitgliedern Hausboot gefahren. In den weltberühmten Backwaters! Auf Facebook habe ich dazu so einige Bilder geteilt. Die Backwaters sind ein einzigartiges Flusssystem. Und wunder-wunderschön! So viel grün, so viele Seerosen und welche eine Ruhe! Hausboote kann man dort mieten und dann wird man gefahren, man kann dort essen oder auch übernachten, je nach dem, wie groß das Boot ist. Es ist eine faszinierende Landschaft. Einfach herrlich. Meine Kleine durfte dann auch kurz lenken und sie war mächtig stolz, die Kapitänin zu sein. Wir haben dort eine berühmte kleine Insel gesehen. Der Legende nach ist sie bei einem heftigen Unwetter mit Blitz, Donner, hohen Wellen und Vollmond innerhalb einer Nacht entstanden.

Falls du mal Lust hast, mit mir eine Tour im Hausboot zu fahren, dann komm einfach mit! Im Februar biete ich wieder meine Ayurveda-Yoga-Reise nach Indien an. Die ersten 5 Tage machen wir eine Rundreise, bevor wir ins Resort ankommen. Und da fahren wir unter anderem mit einem Hausboot und übernachten dort sogar!

Mit meiner family war die Hausboot-Tour sehr lustig. Und bevor ich die Chance hatte, alle zu begrüßen, hat mein Onkel mir direkt ein großes Glas entgegengestreckt. Mit traditionellen und typischen Kalle. Das ist ein Alkohol, auf der Basis von Kokos. Schmeckt leicht süßlich und prickelt wie Sekt. Der Alkoholgehalt ist so ca. wie Bier.

Ich liebe Bücher – meine Fachliteratur besorge ich aber fast ausschließlich in Indien

Mein „Chef“

Natürlich habe ich gern eine fast 5 Stunden Fahrt auf mich genommen und habe meinen alten „Chef“ Dr. Suresh besucht. In seiner Ayurveda-Klinik in einer Millionenmetropole habe ich gearbeitet und gelernt. Ich war auch vorher schon in Ayurveda-Kliniken, aber eher in kleineren und eher ländlicheren. Das hier war nicht vergleichbar. Welche Massen an Menschen, diese unruhige, laute Stadt mit wenig Rückzugsmöglichkeiten und wenig Vegetation. Dafür brüllender Verkehrslärm.

Hier sind die Menschen kränker als auf dem Land – welch Überraschung. Ich habe sehr viel über Ayurveda gelernt. Und über die Schulmedizin. Über die Kombination aus beidem. Aber auch über einen liebevollen, respektvollen Umgang mit Patienten. Selbst wenn Ärzte Stress haben und eine Vielzahl Patienten täglich schaffen – sie bleiben ruhig und respektvoll!

Die Diagnosen und die Behandlungen waren unglaublich, aber natürlich.

Ayurveda ist im Westen das Medizinsystem der Reichen. Denn nur die können sich die Behandlungen und Kuren leisten. In Indien ist es genau andersherum. Ayurveda ist das Haupt-Medizinsystem und sehr viel günstiger als die Allopathie. Die „Medizin des weißen Mannes“ ist verhältnismäßig so teuer, dass sich viele Menschen diese nicht leisten können. All die Geräte und dann Medikamente, die zwar helfen, dann aber neue Krankheiten auslösen.

Ich konnte meine alten Kollegen treffen und meinem Chef meine Tochter vorstellen. Er ist ein sehr liebevoller und gütiger Mann.

Bücher

Auch wenn ich noch soviel digital unterwegs bin – aber ich liebe Bücher. Also so richtig zum Anfassen! Und ich lese gerne und viel. Naja. Was Fachliteratur angeht, also Bücher rund um Ayurveda und Yoga – da bin ich meist ziemlich enttäuscht, was der Markt in deutscher Sprache so hergibt. Oft werde ich von meinen Kunden nach Empfehlungen gefragt. Nun ist es ja natürlich auch so, dass ich nicht sämtliche Bücher auf dem Markt gelesen habe und es sicherlich sehr gute gibt. Ich habe sie nur noch nicht gefunden. Besser gesagt, nur einige wenige.

Ich kaufe meine Bücher daher immer in Indien. Und wenn ich einkaufe, dann richtig. Beim letzten Mal hatte ich schon knapp 60 gekauft. Diesmal waren es 21 Kg. Die Preise sind natürlich unschlagbar, das ist wahr. Allerdings ist das nicht mein Grund. Wenn ich in deutscher Sprache ein tolles Buch bekommen kann, dann zahle ich auch gern den Preis dafür.

Nein, der Grund ist eher inhaltlich zu verorten. Denn die Qualität der Bücher habe ich bisher noch nirgends in Deutschland gefunden. So findet man hier wenig Bücher über Yoga, die sich nicht nur auf Sport oder Abnehm-Schiene tummeln oder eben in die esoterische Ecke abdriften.

Im Ayurveda findet man schon eher was „vernünftiges“ , allerdings ist das oft nur auf die Ernährung bezogen. Häufig sind dann widersprüchliche Aussagen innerhalb des Buches oder es werden tolle Tipps rausgehauen, die für manche Menschen gut sind, für die Mehrzahl der Menschen jedoch eher krankheitsfördernd sind. Und oft habe ich das Gefühl, dass der eine vom anderen abgeschrieben hat und so verbreiten sich dann diese falschen Aussagen.

Oft findet man dann natürlich so einen Psycho-Ankreuztest, um seinen Konstitutionstypen selbst zu bestimmen. Das ist der größte Blödsinn. Warum? Das hat viele Gründe. Und daher sollte ein Laie das nicht selbst übernehmen. Insbesondere, weil diese Tests nicht nur zu kurz und zu oberflächig gegriffen sind, sondern wichtige Aspekte einfach fehlen. Ausführlich habe ich das in meinen Blog-Artikeln erklärt – schau doch da gern mal rein.

Irgendwann habe ich mich entschieden, meine Lebenszeit und Energie nicht damit zu verschwenden, mich über solche Bücher aufzuregen. Sondern die authentischen in Indien direkt zu besorgen.

Einige meiner Kunden verlangen ein Buch, das ich schreiben soll. Und tatsächlich – ich habe es begonnen. Nur hab ich das letzte Jahr nicht mehr daran gearbeitet. Wenn du mich verfolgst, hast du sicherlich mitbekommen, dass es nicht an meiner Faulheit lag.

Wenn auch dich mein Buch interessiert, dann lass es mich gern wissen!

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Mehr Einblicke in meine Indien-Reise dann beim nächsten Mal!

Reisen generell erweitern unseren Horizont. Wir lernen so viel dazu und erfahren den Ursprung vieler Dinge, die unseren Alltag erleichtern. Und können relativieren, dass die Annehmlichkeiten unseres selbstverständlichen Alltags für den großen Rest der Welt eben nicht selbstverständlich sind. Dass wir zu jedem Zeitpunkt Wasser haben, Strom haben. Ein soziales Netz, wenn wir krank werden oder arbeitslos. Es ist nicht alles perfekt in Deutschland und es gibt viele Baustellen. Vieles, was verbessert werden müsste. Aber an sich dürfen wir nie vergessen: Wir haben sehr viele Privilegien, uns geht es sehr gut, wenn wir uns mit dem Rest der Welt vergleichen.

Reisen fördert den kulturellen Austausch. Vieles läuft anders, die Menschen haben anderes Gedankengut, andere Werte und Einstellungen. Ohne Bewertung, wessen Meinungen besser oder richtiger sind – einfach nur kennenlernen und sein eigenes System mal hinterfragen. Entdecke, was woanders besser oder schlechter läuft. Vielleicht schaffst du, ein kleines Stück von dem „Besser“ bei dir, in deinem Leben zu etablieren. Berichte in deinem Netzwerk davon und erreiche damit, dass du ein Stück weit die Welt verbesserst. Und das „Schlechte“, schau es dir an. Sei dankbar dafür, dass du es besser hast. Nimm es nicht selbstverständlich, sondern erkenne an, dass es dir gut geht. Das bringt uns selbst weiter und bringt uns anderen Menschen, anderen Kulturen näher.

Wie sieht es bei dir aus? Reist du gern?

Gehe regelmäßig an einen Ort, den du vorher nicht kanntest. So bleibt dein Geist flexibel und erweiterst du deinen Horizont! Du musst dabei keine Fernreise antreten. Selbst in deiner eigenen Stadt wirst du immer wieder Orte finden, die du vorher nicht kanntest! Mach dich auf, suche im Internet, frage deine Freunde oder deine älteren Verwandten. Wo gehen sie gern hin? Heute oder auch früher?

Glaub mir, das ist ein spannendes Abenteuer und du wirst Dinge erleben, mit denen du vorher nicht gerechnet hast. Du wirst Menschen kennenlernen, die dich in deiner inneren Entwicklung weiterbringen.

Mach dir einen festen Tag aus und leg ihn in deinem Kalender an. Zum Beispiel 1x im Monat einen Sonntag als adventure day. Oder so. Gib dem Kind einen Namen und plane es ein. Und dann zelebriere ihn. Allein, oder in Gesellschaft. Aber ganz – mit deinem Kopf, mit deinem Herzen, mit all deinen Sinnen! Und danach lehnst du dich zurück, erinnerst dich an das, was du heute erlebt hast und freust dich einfach!

Shyney up your life!

Denk nicht zu lang darüber nach – Tu es einfach! Du erschaffst damit Erinnerungen. Und diese Erinnerungen lassen dich wachsen, sie bringen dir innere Kraft, innere Stabilität und innere Ruhe.

In diesem Sinne: Lachende Grüße & Keep Shyneying

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